Remscheid – deutsch, englisch, französisch – der Zukunft zugewandt

Rainer Bannert war damals Leiter der Wirtschaftsförderung. Er war einer der Autoren eines Buches über Remscheid. Das waren noch Zeiten. Schon die erste Seite voller Fotos zeigt viele Menschen, die auf Parkbänken mitten in der Stadt sitzen, viel Grün drumherum.

Lesen, Rauchen, Lachen – Remscheid eben.

Kinder überall und viele Häuser, Betriebe und Maschinen.

Das waren noch Zeiten!

Das war vor Hartz 4.

Und es war vor der Globalisierung und den Betriebsverlagerungen und das war vor den Gesetzen, die aus Arbeitnehmern arme Menschen machen.

Man muß wissen, dies geschah bewußt und mit Absicht durch unsere Politiker.

Es war keine gute alte Zeit.

Wir finden heute in der Remscheider Kommunalpolitik Personen, die aktiv am Arbeitsplatzabbau beteiligt waren und die bis heute sogar noch Parteien repräsentieren, die für Hartz 4 und die Verarmung der Fleissigen und Ehrlichen in Remscheid eintreten.

So ist das mit der Wirklichkeit, wenn man sie in Worte faßt.

Das Buch über Remscheid zeigt die Einweihung des Allee-Centers 1986 und das Vorwort hat Horst Kläuser geschrieben.

Die Luftbilder der Stadtbereiche zeigen wunderbar Remscheid so wie es damals war. Heute ermöglicht google maps oder die Karten bei bing neue Blicke auf diese Bereiche.

Der Stadtarchivar Dr. Walter Lorenz schrieb über die Geschichte. Heute erinnert ein Weg auf Ehringhausen an ihn.

Wir sehen den Schmied, der lange die Schmiede am Eschbach Richtung Burg hatte bei der Arbeit. Wer erinnert sich nicht an ihn!

Mit Stolz finden wir viele Werksfotos von Remscheider Unternehmen.

Mannesmann stand damals für Röhren und heute für einen der größten Arbeitskämpfe in der jüngeren Remscheider Geschichte.

Das Industriegebiet Überfeld war damals noch teilweise leer und hat heute Unternehmen, die Weltruf haben und schon Insolvenzen überstanden.

Und dann Tourismus.

Wie heisst es?

„Remscheid: Liebe auf den zweiten Blick“

Die „Nobelherberge“ am Bahnhof, der Wald in Remscheid, das gute Wasser.

Heute ist es wohl etwas kalkhaltiger als früher sagte man mir.

124.000 Menschen lebten damals offiziell in Remscheid.

Und es gab Vereine en masse.

Das Buch schreibt über die mittelständische Industrie.

Gewerkschaften, Betriebsräte und gute Tarifverträge kommen in dem Buch nicht vor.

Blickt man zurück und erinnert sich, dann war diese Zeit schon voller Vorboten, die aber kaum einer ernst nahm, weil man so etwas seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr erlebt hatte.

Das Buch erschien 1986. Drei Jahre später war die Grenzöffnung und 1992 wurden schon die ersten Betriebe systematisch verlagert von Remscheid nach Ostdeutschland oder nach China bzw. in den Ostblock.

Schlimmste Erfahrungen asozialster Verlagerungspraxis haben seitdem  zumindest in den Gedächtnissen der Menschen ihre Spuren hinterlassen.

Das Buch ist gut gemacht und zeigt wie schon damals das eher „offizielle“ Bild der Stadt gemalt wurde.

Daran hat sich kaum etwas geändert.

Remscheid war eine Stadt, die allen Menschen Luft zum Leben gab und fast immer gutes Geld für gute Arbeit.

Heute ist dies immer öfter anders.

Deshalb ist dieses Buch doppelt gut.

Betrachtet man Remscheid heute, dann wird erst klar, was schon weg ist und was noch verschwinden wird.

Die Folgen der neoliberalen Meriokratie lassen Remscheid in einem anderen Licht erscheinen, wenn man sich dieser Tatsachen nicht verweigert.

Ich habe das Buch über Remscheid übrigens im Remscheider Kaufhauf am Markt bekommen.

Dort ist der einzige Ort für immer mehr Menschen hier, die von Hartz 4 oder ihrer Arbeit nicht mehr leben können und versuchen, da zu kaufen, wo es gebraucht, bezahlbar  und gut ist.

Wie dieses Buch.

Es war so gut, daß daraus dieser Text entstanden ist.

Damit wir nicht vergessen, warum es so gekommen ist.

Denn wer wissen will, wohin er geht, muß wissen, woher er kommt.

 

 

Fans und Fahnen – Fussball WM im öffentlichen Raum

Was kann man in der Öffentlichkeit tagsüber von der Fußball Weltmeisterschaft sehen?

Hier gibt es meine Begegnungen mit Fans und Fahnen.

 

Der Lindenhof – der Leuchtturm für NRW strahlt am Honsberg in Remscheid

Der Lindenhof ist sehr bekannt.

Der alte Lindenhof – Foto: Michael Mahlke

Der alte Lindenhof hat quasi 50 Jahre Stadtteilarbeit hinter sich. Soziale Gruppen, Parteien, Versammlungen, Notquartiere, Geselligkeiten – es war ein Treffpunkt für jung und alt.

Nun ist gegenüber der neue Lindenhof eröffnet worden. Continue reading „Der Lindenhof – der Leuchtturm für NRW strahlt am Honsberg in Remscheid“

Das Christentum lebt hier – Familiengottesdienst im Remscheider Stadtpark

Foto: Monika Mahlke

Zentraler Familiengottesdienst der Lutherkirchengemeinde, der Stadtkirchengemeinde und der Johanneskirchengemeinde mit viel Musik und anschließendem Mittagessen.

Der kirchliche Chor Mixed-Generations, geformt und geleitet von Christoph Spengler, begleitete die Begegnung mit Gott in einzigartiger Weise.

Jedes Lied ermöglichte den Anwesenden, Gott, die Liebe und die Schönheit der Musikmelodien unabhängig von der Sprache zu spüren.

Foto: Monika Mahlke

Bibellesung mit Pantomime und das gemeinsame Singen und Beten ermöglichten Groß und Klein ein Miteinander.

Die Bänke waren bis auf den letzten Platz gefüllt und die Wiesen drumherum nahmen alle die auf, die keinen Platz mehr auf den Bänken finden konnten. Einige hatten sogar eigene Stühle mitgebracht.

Kinderfest in Solingen

Ein schönes Fest. Alle hatten viel Spaß. Vorführungen, Tanz, Spielen, Hüpfen für jung und alt. Auch die Preise für Essen und Trinken stimmten. Bemerkenswert war die Kreativität und das echte Spielen. Smartphones wurden nur zum Filmen und Fotografieren genutzt – von den Erwachsenen. Zugleich war das Kinderfest Auftakt für das Ferienprogramm in diesem Jahr.

 

Die Geschichtsstele und das Erzbistum Köln – öffentliche Geschichtsschreibung in Solingen

Foto: Michael Mahlke

„Als Stele (altgr. στήλη stélē ‚Säule‘, ‚Grabstein‘) wird seit der griechischen Antike primär ein hoher, freistehender Pfeiler bezeichnet. Sie diente oft als Grabmal oder auch als Inschriften– oder Grenzstein. Stelen sind häufig viereckig und verjüngen sich leicht nach oben.“

Diese Sätze aus der wikipedia sollen der Einführung dienen. Denn diese Stelen stehen gerade in Solingen. Sie sind in der ganzen Einkaufszone verteilt.

Das Erzbistum Köln will damit Neugier für die Geschichte wecken:Interesse für die Geschichte wecken die Stelen zur „Großen Geschichte“ des Erzbistums Köln. Denn die Stelen sind ein Blickfang in der Gemeinde oder im öffentlichen Raum: Mit 3 Metern Höhe und einer Breite von 1,20 Metern (am Fuß) sind sie weithin zu sehen. Die Stelen sind in Blau- und Grüntönen gehalten, die Texte weiß dargestellt, die Bilder und Grafiken farbig.“