Die Gewinner der Remscheider Löwenparade

Weil die Verantwortlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit der Geschichte des Nazidenkmals nicht wollten, müssen wir es selber machen.

Daher verleihen wir denen, die das meiste Problembewußtsein hatten, den „Award“ der Wupperseiten.

Es gibt zwei Gewinner:

1. Jannasch Optik

Foto: Michael Mahlke

Mit „Jimi“ hat die Künstlerin Heide-Marie Hrabar im Auftrag der Fa. Jannasch Optik einen Löwen kreiert, der das Nazidenkmal komplett überwindet. Er ist das genaue Gegenteil von dem für was das Nazidenkmal steht. Hinzu kommt die kreative Veränderung an der Figur, indem der Löwe nicht einfach angemalt wurde sondern so ummodelliert wurde, daß aus dem Negativen etwas Positives wurde.

2. Rosi Hellmann

Foto: Michael Mahlke

Rosi Hellmann hat aus dem Nazidenkmal ein historisches Symbol gemacht.

Mit handwerklicher Tradition hat sie einen Löwen kreiert, der an Ägypten, Rom und das Mittelalter erinnert und an die gute bergische Handwerkskunst.

Das sind die Gewinner, die die Wupperseiten ausgesucht haben.

Herzlichen Glückwunsch!

Links und in Lennep: Das Sommerfest der Linken mit Jens Neutag

„Es sind mehr gekommen als wir eingeladen haben.“

Mit diesen Worten begrüßte Brigitte Neff-Wetzel zusammen mit Fritz Beinersdorf alle die, die in DIE WELLE nach Remscheid-Lennep gekommen waren.

Man hätte meinen können, die SPD hat sich mit der Linken wiedervereint.

Die Linke Remscheid hatte zum Sommerfest in DIE WELLE nach Lennep eingeladen.

Am Tisch saßen der Remscheider Oberbürgermeister Mast-Weisz, der Landtagsabgeordnete Sven Wolf (SPD), der Landtagsabgeordnete Jens Nettekoven (CDU) und viele SPD-Mitglieder neben den Genossinnen und Freunden der Partei Die Linke.

Dieter Keller aus Solingen war ebenso gekommen wie Susanne Herhaus und Gunhild Böth aus Wuppertal.

Der gebürtige Lenneper Kabarettist Jens Neutag unterhielt mit Auszügen aus seinem neuen Programm „Das Deutschland Syndrom“. Es war sehr spannend und sehr politisch. Lennep hat was und Lenneper haben es auch.

Bei Getränken und Buffet gab es im Anschluß daran viel Gesprächsbedarf. An diesem Abend trafen die zusammen, die in Remscheid aktiv und aktuell politisch tätig sind. Es war eine gute und entspannte Atmosphäre in einem ernsten politischen Umfeld.

 

Und man muß einfach feststellen, daß Geschichte und Gegenwart in der Partei Die Linke in Remscheid eine große und wichtige Rolle spielen.

 

Zeitarbeit in Remscheid – der Sündenfall der Remscheider Wirtschaft?


Eigene Gedanken aufgrund eigener Erfahrungen

„Der Remscheider Arbeitsmarkt ist geprägt durch die Zeitarbeit.“

Als ich diese nüchterne Bestandaufnahme im Remscheider Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 las, wurde manches klarer.

Die Hartz-Reformen haben der stabilen sozialen Demokratie den Rest gegeben.

Heute stellt das Remscheider Jobcenter in seinem Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 fest: „Während die Stellenmeldungen der Zeitarbeit gestiegen sind, sind die Stellenzugänge herkömmlicher Betriebe gesunken.“

Betrachten wir die Situation einmal mit strukturellem Blick.

Die Kompetenz von Remscheid war/ist die Facharbeit. Zeitarbeit bedeutet die Zerstörung der Fachkompetenz vor Ort und die Erhöhung der Austauschbarkeit bundesweit, europaweit bis weltweit.

Ich wage sogar zu behaupten, je höher der Anteil an Zeitarbeit, desto weniger krisenfest ist eine Branche oder Region.

Denn die Austauschbarkeit der Arbeitnehmer im Rahmen von Zeitarbeit ist nur möglich, wenn es sich nicht um qualifizierte Arbeitskräfte mit Alleinstellungsmerkmalen handelt. Je höer die Alleinstellungsmerkmale desto schwieriger die Austauschbarkeit. Das bedeutet aber im Umkehrschluß, daß dort, wo viel Zeitarbeit ist, auch hohe Risiken bei Krisen sind.

Das Argument einiger Unternehmen, sie würden nur dort Leiharbeiter einstellen, wo zusätzliche Kapazitäten sind und dies auch nur vorübergehend, kann sich so ja nur auf Tätigkeiten ohne viel Einarbeitungszeit beziehen.

Ich sehe das so: wenn der Anteil der Zeitarbeit nun gestiegen ist, dann ist also der Anteil der niedrig qualifizierten Tätigkeiten gestiegen – also von Tätigkeiten, die auch als erste bei Krisen verschwinden.

Wenn man dieses strukturelle Problem dem „Markt“ überläßt mit diesen neoliberalen (A)Sozialgesetzen, dann wird dies alles desaströs. Genau da müßte eine menschenorientierte Sozialpolitik ansetzen.

Mittlerweile ist das Heuern und Feuern in der Zeitarbeit sogar wissenschaftlich belegt.

Schwierige Welt mit eindeutigen Zeichen.

Es gibt also für die Zukunft der Region Unternehmen, die in diesem Sinne „Sünder“ sind. Da sind große Namen bei.

Aber nicht alle. Andere versuchen das Gegenteil.
Man muß es eben differenziert sehen.

Und Ausbildung?

1992 zeigte man mir die Ausbildungswerkstatt von Edscha. Alle vom Betriebsrat bis zur Geschäftsführung waren stolz auf die vielen jungen Menschen, die qualifiziert wurden und als echte Edscharianer geformt ins Arbeitsleben treten konnten.

Davon ist nichts geblieben. So ging es mit vielen Betrieben in Remscheid. Nun sind wir 20 Jahre weiter. Nichts ist in meinen Augen besser geworden.

Angeblich gibt es ja zu wenig geeignete Bewerber für die offenen Stellen.

  • Was machen wir also mit den nicht geeigneten Bewerbern?
  • Und was machen wir mit den vielen Menschen über 50, die bis 67 arbeiten sollen, aber nicht mehr passen? Wieso qualifizert man die denn nicht?
  • Und was ist mit all den Jugendlichen, die in den Jahren davor „unversorgt“ geblieben sind? 

Die Zeichen für die Region sind daher nicht so gut und dies wird auch von Dritten bestätigt.

So werden die Menschen in die Hoffnungslosigkeit getrieben und gehen dann dorthin, wo sie neue Hoffnung bekommen.

Massive Arbeitsplatzverluste in Remscheid, Solingen und Wuppertal in den nächsten Jahren

Bernhard Sander hat darauf hingewiesen und nur die Partei Die Linke beschäftigt sich bisher damit aus Sorge um die Menschen.

Laut PWC und WWI verlieren Remscheid, Solingen und Wuppertal in den nächsten gut zehn Jahren noch mal mindestens 15 Prozent ihrer Industriearbeitsplätze.

Wenn das stimmt und auf jeden Arbeitsplatz in der Industrie bis zu drei drumherum kommen, dann wird diese Region soziale und politische Veränderungen erleben, die ihresgleichen suchen.

Denn die systematischen

  • Verarmungsregeln von Hartz 4,
  • die völlig asoziale Sozialpolitik in Deutschland und
  • die fehlenden Alternativarbeitsplätze

werden ein Szenario wachsen lassen, das eine einfache Formel haben wird.

  • Arm und ohne Arbeit
  • Alt und ohne Hoffnung
  • Jung und ohne Zukunft

Nun wissen wir, was dann passiert und worauf schon mehrfach hingewiesen wurde.

Das kann man aber nicht mit Beratungsstellen lösen sondern nur mit einer anderen Sozialpolitik, die den jungen und alten Menschen hier nicht jede Hoffnung raubt.

Zusätzlich zu dieser Sozialpolitik muß eine neue Infrastrukturpolitik her.

Die Veränderungen beim Berufsbeamtentum in den Kommunen und die Einführung von überregionalen Zentren würden alles neu beleben.

Das Beispiel Remscheid, Solingen und Wuppertal zeigt, dass Kommunen viel Geld ausgeben, damit alles so bleibt – obwohl sie das Geld gar nicht haben.

Würden Sie z.B. ein Wupperticket für alle Bürger ihrer drei Städte einführen, damit alle in allen drei Städten fahren können zu kleinen Preisen, dann könnten Strukturen im öffentlichen Dienst und Bürgerbüros völlig neu gedacht werden.

Und so könnten hunderte von Millionen auf 20 Jahre gerechnet gespart werden.

Stattdessen baut jede Stadt alles neu, muß jede Stadt jedes Amt haben und jede Stadt eigene Auftritte.

Die aktuelle Debatte um die neue Gesellschaft zur Wirtschaftsförderung wird in der bisher angedachten Form wahrscheinlich zur hochkarätig besetzten Zementierung der bisherigen Situation führen.

Das ist nur gut für die, die wollen, daß alles so bleibt wie es ist.

Und damit ist es keine gute Antwort auf die Situation, die vor der Tür steht.

 

 

Stadtansichten 1 bis 3 von Remscheid, Solingen und Wuppertal

Gerade entwickelt sich eine neue Sprache.

Es ist die visuelle Sprache, die immer stärker auch schriftlich geprägte Kulturen dominiert. Das wird unter verschiedenen Gesichtspunkten diskutiert.

Menschen „lesen“ mit Bildern und nehmen diese als dominierenden Informationsträger wahr.

Differenzierte „Sichtweisen“, die sich erst durch Texte erschliessen, werden „übersehen.“

Menschen blicken heute mehr auf ihr Smartphone und den Monitor.

Was bedeutet dies alles?

Aber das sind nur die Fragen, die sich aus den technisch-zivilisatorischen Entwicklungen ergeben.

Im öffentlichen Raum um uns herum finden wir auch immer eine Sprache.

Wir sehen etwas. Wir sehen von dem, was da ist, das, was wir wahrnehmen.

Da beginnt die Wechselwirkung zwischen dem im Kopf und dem um uns herum.

  • Was ist um uns herum?
  • Wie sieht es aus?
  • Wie ist es gestaltet?
  • Warum ist es so gestaltet?
  • Was will man mit dieser Gestaltung?

Ich möchte meine Arbeitsweise an drei Beispielen deutlich machen, die so nicht in den Büchern sind aber sehr klar zeigen, was ich meine:

 

1. Die Botschaft dominiert

Das Bild „Southern Mix“ wurde bewusst gestaltet. Denn meine Entscheidung war nur die des Ausschnitts, die Inhalte waren vorher da und von anderen bewusst für diese Stelle gemacht. Denn diese Werbung erschien an dieser Bushaltestelle zu einer Jahreszeit ohne Sonne. Damals nahm man es unbewußt wahr – ohne das Foto würde es kaum einer Person bewußt sein.

 

2. Der zufällig kombinierte Inhalt

Das Bild heisst „Mensch mit Hund“. Hier ist die Botschaft indirekt. Eigentlich sieht man eine interessante Bank. Aber dann sieht man mehr. Es ist aber keine bewusste Inszenierung sondern vorgefundene Realität in unserem öffentlichen Raum. Da sind tagelang tausende dran vobeigegangen.

 

3. Der Ausschnitt

Hier gibt es keine direkten Botschaften. Hier gibt es nur den Bildausschnitt.  Es ist allein der Rahmen, der dies zum Foto macht. Eine Foto ohne Botschaft, das aber nicht inhaltsleer ist. Es stecken hier Inhalte drin, die der Bildausschnitt zusammenhält oder besser erst sichtbar macht.

So entstanden bei meinen Streifzügen durch den öffentlichen Raum Fotografien, die Eindrücke festhalten und vermitteln sollen.

Es sind auch hässliche Fotos, weil das, was sie zeigen, auch hässlich ist. Leider zeigen die Fotos genau das, was uns hier umgibt. Funktionale Hässlichkeit ist eines der Merkmale, die das Neue auszeichnen, das uns umgibt und prägt. Und so sind die Fotos eine Auseinandersetzung mit dem Leben, wie wir es leben. Daher ist es auch Kunst, aber nicht einfach nur so für sich sondern für uns.

Die Fotos wurden dann kombiniert zu doppelseitigen Fotos im Fotobuch, um neue Assoziationen durch Kombinationen zu wecken und/oder durch das Blättern und das zeitliche Nacheinander.

Das Ganze ist Fotografie und das alles ist auch Kunst, todayart.

Es ist aber alles aus der Wirklichkeit gewachsen, auch die Kompositionen, so daß es sich nicht um Inszenierungen handelt, die reale Elemente haben sondern um Realität, die teilweise an Inszenierungen erinnert.

Da die Wirklichkeit bunt ist und dies alles nicht an einem Tag aufgenommen wurde, habe ich auch die digitalen Vorzüge genutzt und mit diesen drei Büchern visuell erzählt über das Bergische Land.

Betrachten Sie das Ganze als eine visuell erzählte moderne Geschichte mit einigen Kapiteln und einem Streifzug durch das, was uns umgibt.

Warum das auch Kunst ist und wie ich dazu komme, habe ich hier erläutert.

Nun sind die Löwen los

Das Wahrnehmen der Wirklichkeit bietet bei der Frage der Remscheider Löwenparade interessante Aspekte. Die Verantwortlichen ignorieren die historischen Umstände des Nazidenkmals völlig.

Jetzt kann man sich Überschriften ausdenken. Wie wäre es mit „Remscheid bekennt sich vollständig im Rahmen der 2. Löwenparade zum Nationalsozialismus“. Das wäre eine Möglichkeit.

Oder wie wäre es mit „Remscheid hat den Nationalsozialismus völlig überwunden und zeigt dies mit einer Neuinterpretation des Remscheider Nazidenkmals“.

Beide Überschriften würden weder den Kern noch das Bewusstsein wirklich wiedergeben. In meinen Augen handelt es sich eher um eine hier vorhandene ahistorische Betrachtungsweise.

Da wäre die Überschrift wohl eher „Remscheid zeigt wie Menschen ohne Geschichte zusammenleben.“ Dann kann man alles nehmen und mischen.

Welche Rolle spielt also die Geschichte?

„Wer wissen will, wohin er geht, muß wissen, woher er kommt“. Das wird Carlo Schmid zugeschrieben, ausgerechnet ein Sozialdemokrat.

Und nun?

Man kann es nicht ändern und sich über die niveaulose Einfallslosigkeit beim Umgang mit diesem Thema nur wundern.

An dieser Stelle möchte ich aber doch noch auf die  Darstellung im Werbeblatt Bergisches Wochenende hinweisen, einer „rga-Tochter“:

„162 Löwen … ziehen mit großem Gefolge hinauf…, um sich vor dem Rathaus und zu Füßen des auf dem Sockel thronenden Remscheider Löwen-Symbol zu platzieren.“

Diese Art von Textbeitrag passt sehr gut zu derselben Berichterstattung im rga von 1939.

Wie schrieben die Bergischen Blätter?

„Dieser „bergische“ Löwe war als Monument des Hitler-Deutschlands gedacht, das „die Bewohner unserer Stadt allezeit an die Großtaten des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler“ erinnern sollte (RGA vom 11. März 1939).“

Es scheint sich wenig geändert zu haben. Und so zu schreiben – obwohl die Problematik bekannt ist – halte ich für verantwortungslose Schreiberei.

Aber interessanterweise habe ich bisher auch keine öffentlichen Äußerungen von den Vertretern des Judentums oder des VVN oder anderer Verbände und Religionen gehört.

Von den politischen Parteien ganz zu schweigen. Daher gehe ich davon aus, daß die schweigende Mehrheit recht hat und wir Nazidenkmäler heute einfach so nutzen sollten, weil ihre historische Bedeutung keine Rolle mehr spielt.

Das gilt aber dann auch für andere Symbole anderer Zeiten und Kulturen.

Es bleibt dies alles als Chance der Begegnung zu betrachten, um eine schöne Zeit zu verleben.

Die Begegnungen sollte man sich nicht vermiesen lassen durch den nicht sachgerechten Umgang mit dem Thema durch die Verantwortlichen.

So leben wir diese Tage und haben einiges über Geschichtsbewusstsein und Verantwortung gelernt.

Text 1.1

 

Totschweigen als Nachricht am Beispiel des rga

Der rga schweigt. Systematisch.

Da wo die Geschichte die Gegenwart berührt schweigt er. Er schreibt zwar über die Stolpersteine eine ganze Serie. Über das Nazidenkmal auf dem Rathausplatz kein Wort.

Aber als demokratisches Medium müßte er genau dann auch über das Nazidenkmal schreiben, weil es den Mord an den Menschen symbolisiert, über die wir stolpern sollen.

Da kommt nichts.

Ich habe einfach mal abgewartet, ob er das Thema der Remscheider Löwenparade auch anpackt und das Nazidenkmal thematisiert. Das macht er nicht.

Es gibt nur Artikel zur Löwenparade ohne im Vorfeld auch nur den Ansatz einer sachgerechten Auseinandersetzung zu führen.

Totschweigen ist auch eine Nachricht.

Und das im Zeitalter der neuen medialen Freiheit?

Das zeigt die Grenzen der Freiheit in den alten Medien und zeigt auch, daß neue Medien dann alt sind, wenn sie online so weitermachen wie bisher.

Dabei hätte man das gerade auch im rga so elegant lösen können. Aber es scheint im Vorfeld nicht gewollt, im Nachgang tut es dann nicht mehr weh?

Das finde ich sehr schade, zeigt aber auch die Grenzen der kritischen Berichterstattung. Da ist offenkundig doch noch sehr viel Hofberichterstattung drin, die nur das schreibt, was einige wollen und alles wegläßt, was sonst noch da ist.

Kampagnenjournalismus mit PR-Charakter?

Angst vor dem Verlust von Anzeigen und anderen Aufträgen? Dann ist es aber mit dem Qualitätsjournalismus nicht weit her.

Nun muß man dies alles differenziert sehen, weil es nicht reicht, pauschal alles zu verurteilen. Das würde auch nicht stimmen. Bei Sport und Kultur war der rga immer lesenswert und in der lokalen Wirtschaft gibt es immer wieder gute Artikel.

Aber es gibt eben die journalistischen Momente, wo sich die Spreu vom Weizen trennt. Und das ist hier der Fall.

Wenn die Visite zum Hit wird – Statistik online

Es ist immer wieder interessant, die Online-Statistiken auszuwerten. Wer besucht woher? Und dann gibt es Tage, da zeigt die Statistik genau, warum es so wichtig ist, aufzuschlüsseln.

Hier sieht man sehr schön den Unterschied. Bei einem Besuch (visit) wurden über 30.000 Hits erzeugt. So wird man schnell Weltmeister bei den Hits. Aber das hat überhaupt keine Aussagekraft – außer daß es sich um Versuche handelt, Webseiten zu knacken, indem man versucht, automatisiert die Loginseite zu erfassen.

Interessanterweise geschieht dies phasenweise. Je nach Thema. Aber es gibt eben auch die Grenzen. So werden öfter auch Seiten „geknackt“ die man gar nicht knacken kann, weil sie gar keine Logins ermöglichen.

So zeigt die Statistik eine Zunahme von automatisierten Cyberangriffen auf normale Blogs und Webseiten, die vor Jahren noch unmöglich war. Normal ist heute der automatisierte Angriff und die automatisierte Abwehr.

Es gibt nur eine 100prozentige Sicherheit ausserhalb des Providers (der ist für die anderen 100 Prozent auf seiner Seite zuständig). Man macht einfach Webseiten wie früher, die man dann hochlädt. Da kann nichts passieren.

Und bei den Onlineseiten und den Blogs sollte nichts passieren, weil dann das Geschäftsmodell der Provider zusammenbricht, die dies als Zusatzleistungen anbieten.

Aber spannend ist das alles.

So kommen dann auch die Unterschiede zusammen. Wenn ich dann über 5000 Visits täglich auf meinen Seiten berichte, dann ist dies um ein Vielfaches seriöser als wenn ich z.B. über 5 Millionen Hits sprechen würde.

So wird die Visite zum Hit.

Das gilt aber nur für dieses Tool. Sobald man andere Tools benutzt sieht es anders aus.

Statify z.B. sortiert anders und differenziert zwischen Hits und unterschiedlichen IPs, so daß man weiß, es sind immer neue Aufrufe.

Ein Tool zählt z.B. Zugriffe von zeitgeist.bergischdigital.de und zeitgeist.bergischdigital.de, ein anderes nur die von zeitgeist.bergischdigital.de.

Die Jetpack-Statistik zählt auch nur die Domain, die dort für den Blog angegeben ist.

Wer über die Preview-Ansicht bei Google oder Bing kommt wird überhaupt nicht mehr erfaßt obwohl er/sie da war.

So geht das weiter. Selbst bei google zählen verschiedene Tools unterschiedlich.

Die beste Einschätzung ist meiner Erfahrung nach möglich, wenn man in den Logfiles drüber schaut ob die Zugriffe von sehr vielen verschiedenen IPs von unterschiedlichen Geräten über einen längeren Zeitraum erfolgen. Dann weiß man, hier läuft gerade etwas ohne Roboter ab mit echten Menschen.

Ansonsten gibt es ja nichts Vergänglicheres als den Hit von gestern.