Ludwig Poullain, Remscheid und die Welt der Banken und der Gier

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Ludwig Poullain war ein Remscheider, eigentlich ein Lüttringhausener. Als er 2015 starb ging ein langes Leben zu Ende.

Er war ein Mann mit Weitblick. Und so wurde er Teil eines Buches, das 2012 lange auf der Bestseller-Liste des Spiegel war.

Es war Die Rüpel Republik von Jörg Schindler. Continue reading „Ludwig Poullain, Remscheid und die Welt der Banken und der Gier“

Ich habe sie gefunden – Remscheid hat doch eine schöne Ecke

Ich habe sie lange gesucht und dann gefunden. Es gibt im öffentlichen Raum in Remscheid noch eine Ecke, die saubere Parkbänke hat und zum Sitzen einlädt. Auch dort kacken die Hunde aber solange man nicht in die Kacke tritt, ist es doch ansehnlich.

So kann ich nun einen Artikel über Remscheid veröffentlichen, der wirklich einige schöne Blicke ermöglicht. Leider ist dies im öffentlichen Raum schon fast alles in der Stadt.

Remscheid hat was

Remscheid hat

  • die höchsten Grundsteuern weit und breit. In Remscheid müssen Mieter und Eigentümer mehr an Grundsteuern bezahlen als z.B. in Wuppertal und Solingen.
  • die höchsten Ticketpreise im öffentlichen Personennahverkehr im Vergleich zu Nachbarstädten. Obwohl Remscheid nur sehr schlecht mit Bussen und Bahnen ausgestattet ist und besonders abends einen besonders kundenunfreundlichen Fahrplan hat, sind die Ticketpreise hier bis zu ca. 50 Rozent höher als z.B. in Wuppertal.
  • die fast schlechteste Verkehrsanbindung mit der Bahn, die man sich denken kann. Obwohl es für Remscheid drei Landtagsabgeordnete gibt, sind diese nicht in der Lage, von Remscheid aus durchgehende Züge nach Düsseldorf und Köln zu organisieren. Es geht nur, daß es nicht geht.
  • die weit und breit höchsten Parktgebühren in der City. Wer dort mit dem Auto parken will, muß für fünf  Minuten zehn Cent bezahlen.
  • ein Nazidenkmal zum Mittelpunkt einer Werbekampagne gemacht, so daß ein Nazisymbol, welches für Rassismus, Völkermord und Vergasung steht, nun an fast allen Verkehrsknotenpunkten zu finden ist.
Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Wahrscheinlich wäre es besser, wenn Remscheid den Status einer Stadt verlieren würde und ein Teil von Wuppertal werden würde. Für die Menschen wäre es besser.

 

Remscheid Park and Sleep

Remscheid
Remscheid

Früher sagten viele Remscheider, Remscheid sei der Parkplatz von Wuppertal. Man muß nicht so weit gehen. Aber nun gibt es online eine neue Werbung, die den Tourimus in Remscheid ankurbeln soll, um die aktuellen Ereignisse und Großprojekte in der Region besser genießen zu können.

Entdecken auch Sie die Abenteuer der Zivilisation gleich um die Ecke. Remscheid ist der ideale Standort, um die aktuellen Sehenswürdigkeiten schnell zu erreichen und erleben zu können.

 

Preisbildung und Monopole am Beispiel der Stadtwerke Remscheid

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Man lernt als Kunde die Welt kennen.

Ein Tagesticket für Wuppertal mit Bus und Bahn und Schwebebahn kostet 6,60 Euro. Dafür erhält man Zugriff auf große Parkanlagen, sehr viel Infrastruktur, die Schwebebahn, Erholungsgebiete, Einkaufsstraßen und vieles mehr.

Setzt man dies in ein Verhältnis zu Remscheid, dann gibt es in Remscheid keine größeren Parkanlagen, keine echten Einkaufsstraßen, kaum Infrastruktur, keine Erholungsgebiete etc. Somit dürfte ein Tagesticket für Remscheid maximal 3,30 Euro eher 2 Euro kosten.

Das ist aber nicht so.

Ein Tagesticket für Remscheid kostet 9,70 Euro.

Man reibt sich die Augen.

Meiner Meinung nach liegt die Antwort auf der Hand. Das ist politisch gewollt. Die Stadtwerke Remscheid haben einen politisch besetzen Aufsichtsrat und sind für die Preise vor Ort verantwortlich.

Damit aber nicht genug. Wenn du im Sinne der Bergischen Metropole von Remscheid nach Wuppertal fahren willst (und zurück), dann brauchst du logischerweise ein Tagesticket. Das kostet aber dann für eine Person 13,70 Euro (für zwei 16,90 Euro).

Man bezahlt sich also nicht nur dumm und dämlich, wenn man von Remscheid nach Wuppertal mit dem Bus fährt, man wird auch richtig ausgenommen.

Das hat mit einer Bergischen Metropole nichts zu tun sondern nur noch mit Abzockerei, weil man ein Monopol hat – zumindest meiner Meinung nach.

Gerade eine Bergische Metropole, die für die Menschen gemacht ist, müßte dies ändern. Aber soll die Bergische Metropole den Menschen dienen? Zumindest kann es nicht sein, daß immer mehr nach Wuppertal an Dienstleistungen verlagert wird, aber die Kosten für eine Fahrt dorthin immer höher werden.

Richtig wäre ein 5 Euro Tagesticket für die Bergische Metropole. Das wäre fair und würde die Straßen entlasten und realen Portemonaies entsprechen.

Besser wäre, wenn der öffentliche Personennahverkehr komplett aus Steuergeldern finanziert würde, weil damit eine wesentliche Entlastung der Straßen verbunden wäre.

Besser für die Umwelt, weniger Kosten für Straßen, richtig gut für die Menschen.

Aus welchen Gründen lehnen die handelnden Personen dies wohl ab?

Ich bin ja nur Kunde und kann nur meine persönliche Ansicht wiedergeben.

Aber das kann ich.

Nun möchte ich abschließend noch die Geschichte mit dem Hammer erzählen.

Nein – nicht die von Paul Watzlawick.

Ich möchte die Geschichte vom Hammerband erzählen.

Wenn Sie in Remscheid ein Hammerband bestellen unter www.hammerband.de, dann dürfen Sie den ganzen Tag für 6,50 Euro mit den Bussen der Stadtwerke  in Remscheid fahren.

Hammerhart – ein echter Hammer!

Elendstürme – die Neue Symbolik der Jobcenter von Remscheid und Wuppertal

Architektur hat eine hohe Symbolik. Im Mittelalter gab es Türme für verschiedene Anläße. Wie steht es so schön in der wikipedia: “ Für bestimmte Sanktionen gab es eigene Gefängnisse, und die Türme erhielten davon teilweise auch ihren Namen (z. B. Blutturm, Diebsturm, Schuldturm).“

Ob diese Idee von den Jobcenter-Verantwortlichen aufgegriffen wurde und deshalb Gebäude in Remscheid und Wuppertal ausgesucht wurden, die diese Tradition fortsetzen?

Die Sanktionstürme oder die Elendstürme von Wuppertal und Remscheid sehen jedenfalls so aus.

Jobcenter Wuppertal Barmen - Foto: Michael Mahlke
Jobcenter Wuppertal Barmen – Foto: Michael Mahlke

Hier wird u.a. die Verarmungsregel von Hartz 4 umgesetzt, hier werden die verfassungswidrigen und zu niedrigen Hungersätze ausgezahlt und hier finden die Erniedrigungen und Schikanen statt, die das Gesetz vorgibt. Hier wird Altersrassismus per Gesetz umgesetzt.

Jobcenter Remscheid - Foto: Michael Mahlke
Jobcenter Remscheid – Foto: Michael Mahlke

Und für dies alles gibt es eine Symbolik in der Architektur, die in Remscheid und Wuppertal-Barmen an den Jobcentern zu sehen ist.

Es paßt alles.

Jeder Baum hat ein Gesicht – und manche vergißt man nicht!

Er hat Generationen von Spaziergängern, Joggern und Wanderern gesehen.

Als ich ihn 2013 porträtierte war er für mich derjenige Baum, dem ich auf meinem Weg im Eschbachtal immer begegnete.

Ist nun sein Ende beschlossen?

Der Grund wäre reine Gier meiner Meinung nach.

Wird er das Symbol für die Gier bei Wald 2.0.

Müssen wir auf den Anblick dieses prächtigen Baumes verzichten, der uns alle auf unserem Weg begleitete?

 

Das teure Pflaster von Remscheid

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Würden Sie an einen Ort fahren, an dem sie bezahlen müssen ohne vernünftige Gegenleistung?

Eher nicht?

Dann sind Sie in guter Gesellschaft.

Die Alleestraße in Remscheid ist sehr unattraktiv geworden im öffentlichen Bereich. Es gibt weder Gemütlichkeit noch große Auswahl und die Chance auf ein angenehmes Straßenbild.

Aber am besten daran ist der Preis.

Der Besuch kostet 10 Cent für fünf Minuten, wenn man mit dem Auto kommt.

Besonders bemerkenswert ist die Kontrolle.

Da hatte ich doch bis 10.56 Uhr bezahlt. Und pünktlich um 10.55 Uhr stand eine Person vom Ordnungsamt mit dem gezückten Gerät am Auto.

Das ist aber noch nicht alles.

Wer im Parkhaus Am Markt parken will, der erlebt noch mehr. Man kann zwar über das Treppenhaus und die angeschlossene Brücke sehr bequem den Markt an der Stadtkirche erreichen. Aber wer zurück ins Parkhaus will, erlebt sein blaues Wunder. Da muß man ernsthaft hinabsteigen bis zum Eingangstor für Autos, weil man nur dort bezahlen kann.

Der sinnvollerweise an der Treppe im Treppenhaus des Parkhauses angebrachte Automat funktioniert nicht mehr.

Ich möchte hier kein Fremder sein, der Remscheid als Tourist oder Geschäftsmann besucht und vielleicht sogar nicht einmal richtig deutsch spricht. Der würde hier sein blaues Wunder erleben.

So verlagern sich die autofahrenden Kunden immer mehr zum Kaufland und später dann ins DOC oder auf die Parkplätze der Discounter.

Und die Ansiedlung von Ärzten in der Innenstadt ist auch keine Alternative, weil man Wartezeiten einkalkulieren muß und damit automatisch die Personen vom Ordnungsamt wieder abkassieren können, da man ja die Parkzeit überschritten hat.

Bürgerfreundliche Innenstädte sehen anders aus. Es würde freies Parken geben, weil man ja schon durch das Fahren dorthin eigenes Geld verbraucht und die Straßen und Parkplätze durch die Steuern lange bezahlt sind.

Hinzu käme z.B. ein Zentrumsticket für einen Euro.

Jeder der mit dem Bus ins Zentrum fährt muß dafür nur einen Euro bezahlen.  Das würde den Verkehr erheblich entlasten und die Luft in der Innenstadt sauberer machen.

Betrachtet man die Preise, dann ist das Allee-Center mit 60 Cent für die ersten 60 Minuten bei einem Cent pro Minute. Danach wird es teurer. Die städtischen Preise liegen bei umgerechnet 2 Cent pro Minute bzw. 10 Cent für 5 Minuten. Dazwischen tummeln sich noch ein paar Anbieter.

Fährt man ein paar Kilometer weiter in andere Städte findet man dort kostenloses Parkvergnügen.

So wird auch verständlich warum Remscheid drei Autobahnauffahrten hat…

Zwischen Kunst und Kacke – kann Remscheid auch sauber?

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Einige standen davor und andere gingen darüber hinweg. Es waren bemerkenswerte Situationen.

Sie erinnerten mich an ein Foto von mir zum Thema Kunstkacke.

Wurde diese Zeichnung davon inspiriert? Dann hätte Kunst gewirkt!

Was soll das bedeuten?

Ich wurde fündig. Auf den Seiten der Stadt Remscheid wurde ein Thema aufgegriffen, das bei den Wupperseiten schon öfter vorkam und dokumentiert wurde.

Unter der Überschrift „Unser Remscheid kann auch sauber“ wird aktuell versucht, den verantwortlungslosen Umgang mit persönlichen Exkrementen aus Mund und Po (Arschloch) im öffentlichen Raum zu thematisieren.

Dann haben meine Anregungen ja gefruchtet.

Herzlichen Glückwunsch!

Wenn die Politiker nun auch noch so konsequent pro Zigarettenkippe und Köttel 1000 Euro kassieren würden wie dies woanders geschieht, wäre Remscheid bald sauber, schuldenfrei und ein Vorzeigeobjekt für gelungene Kommunalpolitik.