Remscheider Sommerfrische

Remscheid liegt im Gefahrengebiet.

Das Gefahrengebiet ist konkret und politisch gewollt.

Ohne schädigende Stoffe in der Luft, im Garten und im Essen geht es hier aktuell nicht.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Daher noch einmal ein Blick von Remscheid in den Himmel, der uns allen (?) gehört.

 

Umweltverschmutzung und Menschenverschmutzung damals

1792/93 reisete ein französischer Emigrant durch das Bergische.

Seinen Weg von Mettmann nach Elberfeld beschrieb er u.a. so:

„Die schönen Eichen, welche die Alten um ihre weitläufigen Bauernhöfe und Häuser herum, besonders längst den Zäunen gepflanzt hatten, werden nach und nach auch weniger, ohne daß ihre Stellen durch jüngere ersetzt sind… Einzelne Dorfschaften findet man in dieser Gegend sehr wenige, weil der größte Theil der Landsleute hier herum zerstreut wohnt… aber nach meiner Meinung erschwert sie auch einigermaßen die Bildung seines Geistes. Denn Gesellschaft macht milde … und daß die Menschen nicht blos am Verstande, an Herzen und Sitten … viel weiter zurückbleiben.“

Ein Jahr später reiste Christian Friederich Meyer durch das Bergische Land. Er schrieb etwas sehr bemerkenswertes auf: „So oft ich hingegen in das Bergische komme, freue ich mich mit herzlichem Genuß am Anblick des gemeinen Mannes, der durchgehends geschäftig und reinlich gut gekleidet ist. Dieser Arbeitsame ist daher viel sittlicher, gesunder und glücklicher als der Müßiggänger in Cöln, wo dieser nur ein blindes Thier um so gefährlicher wird, je sistematischer der Müßiggang getrieben wird.“

Vielleicht wollen deshalb die Kölner bis heute nicht ins Bergische und es wird alles getan, damit die Autos am Leverkusener Kreuz stehen bleiben müssen und niemals eine Bahn von Remscheid aus direkt nach Köln fährt.

Wer weiß …

1808 kommt ein anderer Reisender mit Namen Philipp Andreas Nemnich durch die Gegend:

„Remscheid, ein überhaupt armer und unfruchtbarer Distrikt, besitzt weder Eisen- noch Steinkohlen. … Schon seit mehreren Jahren, kann auf den in und um Remscheid fließenden achtzehn Bächen, keine neue Anlage mehr Statt finden; so sehr ist das Ganze besetzt. Es stehen auf den gedachten Bächen: 37 Breithämmer, 97 Reckhämmer, 44 Schleifmühlen oder Kotten, und 16 Sensen-Reckhämmer und Klipperwerke. Schließlich ist zu bemerken, daß der wegen seiner großen Talente in Handlungs- und Fabrik-Sachen so berühmt gewesene Peter Hasenclever, in dem zu Remscheid gehörigen Hofe Ehringhausen, sein Daseyn erhalten hat.“

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Ehringhausen Am Ueling – Foto: Michael Mahlke

 

Friedrich Engels schrieb einige Jahre danach die Briefe aus dem Wuppertal und noch viel mehr.

„Bekanntlich begreift man unter diesem bei den Freunden des Lichtes sehr verrufenen Namen die beiden Städte Elberfeld und Barmen, die das Tal in einer Länge von fast drei Stunden einnehmen. Der schmale Fluß ergießt bald rasch, bald stockend seine purpurnen Wogen zwischen rauchigen Fabrikgebäuden und garnbedeckten Bleichen hindurch; aber seine hochrote Farbe rührt nicht von einer blutigen Schlacht her, denn hier streiten nur theologische Federn und wortreiche alte Weiber gewöhnlich um des Kaisers Bart; auch nicht von Scham über das Treiben der Menschen, obwohl dazu wahrlich Grund genug vorhanden ist, sondern einzig und allein von den vielen Türkischrot-Färbereien. Kommt man von Düsseldorf her, so tritt man bei Sonnborn in das heilige Gebiet; die Wupper kriecht träg und verschlammt vorbei und spannt durch ihre jämmerliche Erscheinung, dem eben verlassenen Rheine gegenüber, die Erwartungen bedeutend herab. … Das Arbeiten in den niedrigen Räumen, wo die Leute mehr Kohlendampf und Staub einatmen als Sauerstoff, und das meistens schon von ihrem sechsten Jahre an, ist grade dazu gemacht, ihnen alle Kraft und Lebenslust zu rauben. Die Weber, die einzelne Stühle in ihren Häusern haben, sitzen vom Morgen bis in die Nacht gebückt dabei und lassen sich vom heißen Ofen das Rückenmark ausdörren.“

 

Umweltverschmutzung heute

Wir erleben heute die Transformation der Industrialisierung durch die Selbstzerstörung unserer Wachstumsgesellschaft.

Die grenzenlose Gier und die fehlenden gesetzlichen Schranken der letzten Regierungen haben dazu geführt, daß es noch schlimmer geworden ist.

Das ist ganz praktisch auch hier zu sehen, im Denken und im Handeln und im Ergebnis.

Alles wird zur Ware und man hält es für selbstverständlich. So kennt man von allem den Preis und von nichts mehr den Wert…

Und neuerdings bin ich sogar mit dem Papst auf einer Linie.

Vielleicht hat dies auch damit zu tun, daß diese Region immer sehr christlich war und Katholiken mit Lutheraner und Reformierten sogar an einem Tisch saßen.

Mehr finden Sie hier (bitte auf den Text klicken)

Hinzu kommt die Rückkehr der Armenhäuser. Diese Disziplinierungsinstrumente der Mächtigen heißen heute Jobcenter.

Es sind die Symbole dafür, daß unser Grundgesetz mit Füßen getreten wird. Was dort geschieht, verstößt massiv gegen das Grundgesetz.

Die SPD und die Grünen haben die Armut offiziell wieder eingeführt in Deutschland mit dem Hartz4 System und der Billigarbeit und die FDP hat dann gemeinsam mit der CDU dafür gesorgt, daß die Reichen davon noch mehr profitieren.

Was kann man tun?

Sehr viel wie auf proverfassung.de nach dem Login mit gast und 2015 zu lesen ist.

Oder man schaut mal hier, da gibt es was für alle die, die eher Angst haben und doch nicht mit allem einverstanden sind.

Da geht es um alternative Lebenspraktiken im Neoliberalismus.

 

Die Natur in voller Pracht – wer hätte das gedacht

Maschinenmenschen

Die Rasenmäher mähen, die Vertikutierer rattern, die Giftspritzer pumpen.

Industriemenschen treffen auf Natur.

Bei einem Besuch in Deutschland habe ich eine Thailänderin gefragt, was ihr an Deutschland besonders auffällt: „Für alles Maschinen“ war die direkte Antwort.

So ist der fremde Blick durchaus erhellend.

Und so ist es auch im Garten.

Der Maschinenmensch trifft auf die Natur.

Er begegnet ihr mit Maschinen, er baut Linien, wagerecht und senkrecht, holt sich in Maschinenläden fachkundige Auskunft und verpasst der Natur ein maschinenmäßiges Aussehen.

Nun stellen wir mal eine frevlerische Frage.

Was passiert eigentlich, wenn der Mensch die Natur ohne Maschinen trifft?

Wird der Maschinenmensch vor lauter „Unkraut“ nur noch in einer Vernichtungsmaschinerie denken?

 

Loslassen

Wer loslassen kann, der wird überrascht, weil vieles freundlicher und harmonischer wird.

Der Mensch gibt den Rahmen vor und läßt dann der Natur Luft und Licht zum Atmen.

Pflanzen gesellen sich zueinander, die sich mögen, Farben lösen sich fast wöchentlich ab und eine Landschaft entsteht, die sich wesentlich selbst ordnet, wenn man sie nur läßt.

Wenn der Mensch teilnimmt an diesen Entwicklungen, entwickelt sich auch der Mensch.

Es wird eine Welt sichtbar, die man nur entdecken kann, wenn man es zuläßt.

 

Akzeptieren können

Abwarten können, Akzeptieren können, Anschauen können.

Schauen wir doch einfach hin:

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

So wird der beginnende Frühling sichtbar. Der alte Apfel hängt noch und vorsichtig schauen die ersten Knospen in den Himmel.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Und dann sind die Hummeln da. Freudig sind sie Stunde für Stunde unterwegs und arbeiten schwingend und zu Dutzenden dort, wo es schmeckt.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Sobald die Knospen sich öffnen und die Blüten zu sehen sind, wird es auch unten auf der Erde bunt.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Wohin man den Blick auch wendet, überall strahlen freundlich Blumen und Pflanzen.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Alle Farben werden sichtbar, die wir als Teil der Natur sehen können.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Schnell wird eine Pracht sichtbar, die durch die starken Farben die grauen Tage vergessen macht.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Und dann übernimmt die Natur vollends das Zepter.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Dabei sind wir gerade einmal dem Mai entronnen und haben dem Juni Hallo gesagt.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Die Schönheit und die Formen wechseln jede Woche.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Und uns wird eine Landschaft geboten, die ihresgleichen in unserer Phantasie sucht.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

So dürfen wir gespannt sein, was die Zeit bis zum Herbst uns noch zeigen wird, zumal hier Pflanzen zu sehen sind, die sich selbst angesiedelt haben als Einwanderer und Eingeborene im Bergischen.

Remscheid gilt als eine Beispielstadt für die Armut großer Teile der Bevölkerung

grundgesetzwidrig Hartz 4
grundgesetzwidrig Hartz 4

„Kritiker wenden an dieser Stelle für gewöhnlich ein, der Begriff Armut sei für Länder wie Deutschland irreführend. Anders als in Kolkata oder Lagos lebten Menschen hierzulande nicht in der Gosse oder stürben auf offener Straße… Aber zum einen stimmt das nicht…. Zum anderen ist der Bezugsrahmen für die hiesigen Armen nicht Kolkata oder Lagos – sondern Remscheid, Leipzig oder Bremerhaven.“

So schreibt es Jörg Schindler in seinem Buch Die Rüpelrepublik.

Remscheid gilt also im Westen als eine Stadt der Armen so wie Bremerhaven im Norden und Leipzig im Osten. Continue reading „Remscheid gilt als eine Beispielstadt für die Armut großer Teile der Bevölkerung“