Denk mal an die Nazizeit in Remscheid – Neue Tafel zur Erinnerungskultur 1939 bis 2016

Remscheid und der Nationalsozialismus, nazism in germany and the blind eye
Remscheid und der Nationalsozialismus, nazism in germany and the blind eye
Während in den Niederlanden der Umgang mit dem Nationalsozialismus bewußt so geschieht, daß die Geschichte visuell und aktuell sichtbar bleibt und eingeordnet werden kann, geschieht genau dies in Remscheid nicht. Mitten im Leben war der Nationalsozialismus in Remscheid und genau dort müßte der Umgang damit auch zu sehen sein. Ist er auch – nur anders, nämlich als blinder Fleck.

Weil mir die Liberation Route Europe und ihre Umsetzung in den Niederlanden so gefallen hat, habe ich eine ähnliche Tafel für Remscheid entwickelt, um diesen blinden Fleck zu ersetzen.

So zeigt die Tafel den Umgang mit der Nazizeit der Stadt am Beispiel des Nazidenkmals.

Denn es ist kaum zu überbieten, daß die Stadt Remscheid mit Zustimmung des Stadtrates ein Nazisymbol, das an die „Großtaten des Führers“ erinnern soll, zum Vorbild (Vor-Bild) für das Stadtmarketing nimmt und es überall im Stadtgebiet verbreitet hat.

Insofern zeigt die Tafel nicht die Befreiung vom Nationalsozialismus wie in den Niederlanden. Stattdessen zeigt sie den blinden Fleck und die fehlende Erinnerungskultur in Remscheid. Konstruktive Vorschläge wurden ja bewußt ignoriert.

Natürlich gibt es die Tafel zur Erinnerungskultur in Remscheid aktuell nur digital.

Sie ist auch kein offizielles Denkmal sondern ein privates Denk-mal!

Es ist Öffentllichkeitsarbeit im Wortsinn!

Eigentlich müßte sie real am Löwendenkmal hängen.

Stattdessen kann sie nun einfach digital kopiert und angeschaut werden. Man muß nicht nach Remscheid fahren, um mehr zu erfahren. Das Internet reicht.

Die Tafel zeigt den (fehlenden) Umgang mit Geschichte in Remscheid auf einen Blick.

Da kann  ein großer Teil des Stadtrates und ein großer Teil der Verbände von den Niederlanden noch viel lernen.

Remscheid Vorreiter beim Klimaschutz

Noch während der Klimakonferenz in Paris gingen die Verantwortlichen in Remscheid schon mal in die Umsetzung der Klimaziele über. Um die Klimaziele zu erreichen wurde am 9. Dezember 2015 beschlossen, allein an der Ringstraße in Lennep 56 große und alte Bäume zu fällen.

Damit aber nicht genug. Wald 2.0 scheint zu bedeuten, möglichst doppelt so viel in der Hälfte der Zeit.

Ich wundere mich seit Tagen, wieso so viele Waldvögel plötzlich aufgeschreckt bei den Häusern auf Ehringhausen zu finden sind.

Die Antwort darauf ist hier zu sehen:

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Klimaschädliche Gase – also menschenmordende Stoffe in der Luft – sollen einerseits reduziert werden und andererseits sollen Bäume helfen, den Klimawandel besser zu bewältigen.

Bäume sind die natürlichen Partner der Menschen und der Tiere.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Auf Ehringhausen gab es vor wenigen Jahren noch viele Bäume, die man mit bloßen Armen nicht umarmen konnte. Diese sind so gut wie völlig abgeholzt worden. Nun sind Bäume dran, die kaum dicker als eine Konservendose sind.

Die Remscheider Kommunalpolitik scheint sich von Süd bis Lennep einig, wenn es um dicke Bäume geht, also um das dicke Ende. Und im Grüngürtel um die Stadtteile scheint man dieselbe Linie zu verfolgen.

So ist hier Klimaschutz.

Das habe ich schon 2012 und 2013 beschrieben, aber man merkt, daß dies alles keine Rolle spielt.

Ich hatte mir unter Klimaschutz eigentlich vorgestellt, daß es darum geht, das Klima zu schützen. Wahrscheinlich bedeutet dies eher das vorhandene schlechte Klima vor besserem Klima zu schützen. Es scheint so ähnlich zu sein wie beim Zitronenfalter. Der faltet auch keine Zitronen. Und Klimaschutz bedeutet dann eben, es wird alles getan, um uns vor Veränderungen beim aktuell schlechten Klima zu schützen.

Insofern ist eine Dokumentation dieser Vorgänge im öffentlichen Raum dann ein Beleg dafür, daß alles von Menschen gemacht ist, auch die Folgen davon – und vor allem, das man es auch anders hätte machen können oder lassen können.

 

 

Pinkeln unerwünscht: Der Parkour – Die Erlebnisecke an der anderen Seite vom Parkhaus

Architektonisch kann man sich nicht beschweren.

Es ist ein gelungener Beitrag zur Neugestaltung der verelendeten westdeutschen Provinz, die in Remscheid sehr weit fortgeschritten scheint.

Der Parkour in Remscheid ist eine neue Sehenswürdigkeit und sicherlich ein Highlight für die älteren Kinder, die nicht mehr auf den Spielplatz wollen, der auf der anderen Parkhausseite ist.

Doch zunächst zum Spielplatz, der hier zu sehen ist:

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Klare Regeln zeigen, wie man dort spielen muß. Das mit dem Rauchverbot klappt nicht so gut, aber ansonsten scheint der Spielplatz hochgradig frequentiert.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Zumal ja auch das Parkhaus mit Treppentoiletten und manueller Wasserspülung und ohne Wasserrohr eine besonders gelungene Glanzleistung ist.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Leider kann ein Foto die Atmosphäre nur begrenzt wiedergeben und keine Gerüche. Auf dem Foto mit der roten Tür und dem grünen Belag habe ich mir Mühe gegeben, eine eher schönere Stimmung einzufangen, um dem Ganzen etwas Glanz zu geben.

Man kann durch das Tor bis zum neuen Parkour schauen.

Der Zugang über die hochfrequentierte Straße sollte dann aber doch mit erhöhter Aufmerksamkeit erfolgen, so daß schon im Vorfeld das Reaktionsvermögen trainiert werden kann.

Der Parkour ist das Ergebnis von viel bürgerschaftlichem Engagement.

Je nach Blickwinkel kann man einen Teil davon auch als Stadttor sehen, weil ein Teil so wunderbar die pure Funktionsarchitektur der Umgebung widerspiegelt.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Er ist der Umgebung funktional und architektonisch angepaßt. Toiletten sind mir nicht begegnet, aber das wurde sicherlich auch berücksichtigt, vielleicht durch den Rückgriff auf die Natur.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Die Holzbalken kontrastieren zum Beton, den Schildern und der Parkhausarchitektur. Aber sogar farblich ist man fast identisch.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Die Funktion steht im Mittelpunkt. Die Architektur des direkt gegenüber liegenden Bahnhofs wurde fast 1:1 übernommen.

Es ist ein Ort an dem der Mensch sich sicherlich sehr wohlfühlen wird – so wie auf dem Spielplatz. Ich freue mich sehr über dieses planerische Glanzstück, das den Willen und den Geschmack der Beteiligten ausdrückt. Hier haben die Menschen das erhalten, was sie wollten, so daß in den wärmeren Monaten sicherlich viel Action zu sehen sein wird.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Die Zukunft ist in Remscheid angekommen.

Text 1.1