Anfang und Ende der Erinnerung

Wenn das Wetter die letzten Blätter verschwinden läßt und die Natur in den Winterschlaf geht, dann hat man das Gefühl, dem Tod sehr nahe zu sein. Das Leben spürt man dann besonders in der Auseinandersetzung mit dem Tod.

Der Anfang der Erinnerung sieht so:

Neue Urnen - Foto: Michael Mahlke
Neue Urnen – Foto: Michael Mahlke

 

Und das Ende der Erinnerung sieht so aus:

Inschriften Foto M. Mahlke
Inschriften Foto M. Mahlke

Beide Fotos erzählen viel über unsere Erinnerungskultur.

Alles hat ein Ende, auch die Erinnerung.

Und in Stein meißeln hält heute oft keine 20 Jahre wie man hier sehen kann.

Aber es gibt noch ein anderes Ende.

Gestorben 1883 Foto Michael Mahlke
Gestorben 1883 Foto Michael Mahlke

Das ist auf diesem Grabstein zu sehen. Gestorben 1883 und niemand kann lesen, wer es war. Es ist eine Erinnerung ohne Erinnerung. Damit wir uns daran erinnern habe ich sie in die Farben des Tages gepackt, die bei der Aufnahme zu sehen waren.

Ein Foto über eine Erinnerung, die an nichts erinnert.

Vergessen, vorbei – so wie dieses Jahr sich dem Ende zuneigt.

Wer von uns wird nächstes Jahr noch daran denken, wenn die Neuheit „Hallo“ sagt?

So verabschiede ich mich mit diesen Fotos und verschwinde fotografisch von diesem Blog.

Ob ich nächstes Jahr hier wieder erscheine wenn der Frühling beginnt – wer weiß?

Alles Gute!

Die neue Stadtmauer von Remscheid

Stadtmauer Remscheid
Stadtmauer Remscheid

Remscheid zeichnete sich schon immer durch besondere städteplanerische Aktivitäten aus. Ich erinnere nur an die gräßliche Fußgängerbrücke am Bahnhof.

Nun haben sie sich etwas Neues einfallen lassen. Wahrscheinlich in Erinnerung an die Berliner Mauer hat man pünktlich zu den Markttagen im November auf der Alleestraße eine neue temporäre Mauer hochgezogen, damit man den Markt auch visuell so richtig schön zur Kenntnis nehmen kann.

Es ist ein richtiger Blickfang geworden, der da zum Bummeln auf dem Markt einlädt.

Aber mal ganz ehrlich. Das passt doch richtig zu der abstrakten funktionalen Kunst der Zange. Man hat schon auf das richtige Zusammenwirken der Farben geachtet.

Und in Verbindung mit dem Laub entsteht an einem der zentralsten Punkte der Remscheider Innenstadt eine kunstvolle Kombination von Naturfarben und Kunstfarben. Das Fahrrad symbolisiert die gute verkehrstechnische Anbindung  und zeigt symbolisch, daß es ab hier nur zu Fuß weitergeht.

Andere Städte hätten die Zange als Durchgang zum Wochenmarkt besonders attraktiv gestaltet. Remscheid macht es anders.

Großartig!

Freiwillige Ödnis – Anmerkungen zur Ästhetik in Remscheid

„Das soll nicht heißen, dass es nicht Fotografen gibt, die dazu in der Lage wären, dasselbe wie er zu schaffen und mit behutsamer Zuneigung jene Straßen, Eingänge, Hinterhöfe und Schaufenster einzufangen. Es geht viel eher darum, dass man, um diese Zuneigung zu empfinden, auch etwas benötigt, das sie verdient.“ Continue reading „Freiwillige Ödnis – Anmerkungen zur Ästhetik in Remscheid“