Männer machen Geschichte im Deutschen Werkzeugmuseum

Eine Frau habe ich in der Fotoausstellung gefunden. Sonst waren nur Männer zu sehen. Schicke Porträts mit vorteilhaft beleuchteten Aufnahmen zeigten „Persönlichkeiten der bergischen Industrie“ und wurden passend dazu im Deutschen Werkzeugmuseum ausgestellt.

Foto: M. Mahlke

Und hier sah ich einige Erben der „großen“ Namen aus der Remscheider Industrie soweit die Unternehmen noch existieren. Eine interessante Fotoausstellung.

Mir fehlte eine Galerie all derer, die sich dem Erbe nicht verpflichteten – die wäre wesentlich länger und wird wohl immer ein Gedankenthema bleiben.

Das Museum selbst bietet einen interessanten Einblick in die Welt der Werkzeuge und der Arbeit.

Die Arbeiter als Teil der Werkzeugindustrie habe ich bis auf wenige Hinweise nicht gefunden.

Hier wird Wert darauf gelegt, daß das Reisen und die Kaufleute entscheidend waren. Nur so konnten regionale Produkte Weltgeltung erhalten.

„Die Seestadt auf dem Berge“ haben wir in der Schule noch gelernt.

Das Museum selbst spiegelt den Geist der Remscheider und Bergischen Unternehmer und Kaufleute gut wieder: Männer machen Unternehmensgeschichte!

Die eine Frau in der Fotoausstellung durchbricht diese Reihe ohne sie zu ändern.

Aber dieses Museum zeigt bei der Einordnung auch, daß zu einem guten Unternehmer mehr gehört als zu erben.

„Was du ererbst von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen“ – könnte gut über dem Museum stehen.

So lautet es im „Faust“ von Johann Wolfgang von Goethe.

So käme auch Goethe noch in dieses Museum.

Aber selbst wenn er draussen bliebe, dokumentiert sich in diesem Museum doch ein Stück Industriewesen, das gerade dabei ist, sich neu bewähren zu müssen.

Im Museum selbst betritt man einen Raum, der die neue Zeit dokumentiert. Dort ist der Boden mit Glas und Licht gestaltet und wird von Monitoren dominiert.

Wir wollen hoffen, daß die Zukunft der Werkzeugindustrie und des Handels im Bergischen so strahlend ist wie der beleuchtete Fußboden und die Mülltonne auf dem hier zu sehenden Foto keine symbolische Bedeutung hat…

 

 

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