Amazon ist eine Stadt

„Amazon ist keine Stadt“ steht auf dem Schaufenster. Aber ein Fußgänger verdeckt das k und so entsteht eine neue Aussage, die ebenso stimmt. Denn die digitale Weltstadt Amazon zerstört die lokale Innenstadt in der bisherigen Form. Auch lokale Fragen kommen hinzu wie das DOC und der verhinderte Schulbau sowie evtl. Inflexibilität bei Eigentümern. Aber so ist die Welt.

Amazon ist Remscheid

Darauf wird mit einer beeindruckenden Aktion aufmerksam gemacht, die auch anregen soll, über eine Nutzung nachzudenken.

Erschreckend viel blau auf der unteren Alleestrasse bedeutet sehr viel Leerstand.

Alternative Konzepte zu Amazon in Remscheid

 

Wer den Weg bis zur unteren Alleestrasse geht, der sieht nun eine Menge von dem, was nicht mehr ist und wo man etwas machen könnte.

Ich habe vor Jahren darauf hingewiesen, daß man eine Hundertwasser-Allee machen könnte, indem die Fassaden der Häuser so angemalt werden, daß man die Formen und Farben von Hundertwasser wiedererkennt.

I have a dream war die damalige Überschrift.

Ein Foto davon hängt noch im Wupperartmuseum.

Das wurde natürlich auch als Spinnerei abgetan. Weil ich aber denke, daß die untere Alleestrasse nur dann attraktiv wird, wenn dort Begegnungsstellen mit Essen, Trinken und Ereignissen sind und Hundertwasser religions- und kulturübergreifende Malereien hat, finde ich dies immer noch gut, zumal dann die Farbe ganzjährig die Tristesse abschwächen würde.

Das war vor drei Jahren vor der ungesteuerten illegalen Masseneinwanderung.

Heute wäre es noch notwendiger.

Nun wird es so wohl nicht kommen, aber vielleicht kommt etwas anderes.

Und die Aktion finde ich ausgesprochen gut und daher entstand dann auch dieser Text mit Fotos über eine Aktion für uns in Remscheid.

 

Goodbye Remscheid

Es gibt soziale Orte, die einem nichts mehr geben können.

Sie sind politisch zu Tode beschlossen worden. Ausser Funktion nichts mehr.

Es ist daher eine „freiwillige Ödnis“, denn es wurde bewußt gemacht aus freien Stücken.

Selbst wenn man sich Mühe gibt und zu Ereignissen geht, um dort gehäuft mehr an Motiven zu finden, ist es fast ausgeschlossen, wenn man nicht allein auf Begegnungen mit Menschen zurückgreift.

Der öffentliche Raum in Remscheid ist gestalterisch echt tot – tote Fassaden, leere Betonschluchten und so gut wie keine schönen Plätze überall in der Stadt und so sieht dann auch das Stadtbild aus. Es ist eine Landschaft der visuellen und sozialen Armut entstanden, politisch gewollt und gemacht.

Natürlich kann man auch in Remscheid schöne Fotos machen, wenn Menschen gestaltet im Mittelpunkt stehen oder man sich auf Details festlegt.

Aber das große Ganze mit verzierten Fassaden, vielen einladenden Parkanlagen und gemütlichen Ecken ist in Remscheid der Schuhkartonarchitektur gewichen und dem kahlen Schnitt.

Für mich ist dieser Umgang mit unserem Lebensraum so frustrierend, daß ich nach dem Projekt bergischer.bildermonat nun mit zeitgeist.bergischdigital.de hier aufhöre, weil ich überhaupt kein politisches Bemühen und kein positives Signal sehe. Remscheid kommt mir vor wie eine vernachlässigte Vorstadt von Wuppertal.

Juristen und Sozialarbeiter in Remscheid machen das, was sie gelernt haben: sie stellen immer mehr Sozialarbeiter ein und lauern auf Fördertöpfe statt die Ursachen anzupacken.

Die Tafel, die soziale Verfolgung arbeitslos gewordener Inländer im Jobcenter zum Zwecke der Verarmung und Möhrchen sind das Ergebnis einer grundfalschen Politik, die Remscheid ebenso sozial zerstört wie Deutschland. Die Flüchtlingsmassen 2015 und 2016 haben neue Probleme hinzugefügt und wirklich nichts wird gelöst.

Man schaut zu wie das Schiff auf den Eisberg fährt, finanziell, sozial und demokratisch.

Das ist mir hier so klar geworden in der Begegnung mit Menschen und sozialen Strukturen, daß weitermachen so nicht sinnvoll ist.

Hinzu kommt, daß genau dadurch immer mehr Menschen eher aus der Realität flüchten statt sich diesen düsteren Ecken zu stellen und etwas dagegen zu tun.

So verstummt in dieser Form nun meine Stimme mit Texten und Fotos und sucht mehr Licht.

Ich verabschiede mich mit dem typischen Remscheider Knubben, der im Stadtgebiet nur noch von der Menge der Zigarettenkippen überholt wird.

Echt Scheisse in Remscheid

 

Remscheid hat was

Remscheid hat

  • die höchsten Grundsteuern weit und breit. In Remscheid müssen Mieter und Eigentümer mehr an Grundsteuern bezahlen als z.B. in Wuppertal und Solingen.
  • die höchsten Ticketpreise im öffentlichen Personennahverkehr im Vergleich zu Nachbarstädten. Obwohl Remscheid nur sehr schlecht mit Bussen und Bahnen ausgestattet ist und besonders abends einen besonders kundenunfreundlichen Fahrplan hat, sind die Ticketpreise hier bis zu ca. 50 Rozent höher als z.B. in Wuppertal.
  • die fast schlechteste Verkehrsanbindung mit der Bahn, die man sich denken kann. Obwohl es für Remscheid drei Landtagsabgeordnete gibt, sind diese nicht in der Lage, von Remscheid aus durchgehende Züge nach Düsseldorf und Köln zu organisieren. Es geht nur, daß es nicht geht.
  • die weit und breit höchsten Parktgebühren in der City. Wer dort mit dem Auto parken will, muß für fünf  Minuten zehn Cent bezahlen.
  • ein Nazidenkmal zum Mittelpunkt einer Werbekampagne gemacht, so daß ein Nazisymbol, welches für Rassismus, Völkermord und Vergasung steht, nun an fast allen Verkehrsknotenpunkten zu finden ist.
Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Wahrscheinlich wäre es besser, wenn Remscheid den Status einer Stadt verlieren würde und ein Teil von Wuppertal werden würde. Für die Menschen wäre es besser.